Holzheizung schlägt Gasheizung beim reinen Brennstoffpreis deutlich: Ein Raummeter Brennholz kostet im Ruhrgebiet derzeit rund 90–130 Euro und liefert je nach Holzart einen Heizwert von etwa 1.400–1.900 kWh. Erdgas liegt 2026 bei circa 10–13 Cent pro Kilowattstunde. Für ein typisches Einfamilienhaus mit 15.000 kWh Jahreswärmebedarf zahlst du mit Scheitholz grob 700–900 Euro im Jahr, mit Gas 1.500–1.950 Euro.
Wie viel kostet Brennholz je Kilowattstunde?
Der Kilowattstundenpreis ist die ehrlichste Vergleichsgröße. Brennholz, also ofenfertig gespaltenes Scheitholz mit weniger als 20 Prozent Restfeuchte, erreicht beim häufig verwendeten Buchenholz einen Heizwert von rund 1.800 kWh pro Raummeter. Kostet der Raummeter 110 Euro, ergibt das etwa 6,1 Cent pro Kilowattstunde. Günstigeres Nadelholz wie Fichte liegt beim Heizwert niedriger, oft um 1.400 kWh pro Raummeter, ist aber auch preiswerter.
| Heizenergieträger | Preis 2026 (Richtwert) | Heizwert | Kosten je kWh (ca.) |
|---|---|---|---|
| Buchenholz (Scheitholz) | 90–130 €/Raummeter | ~1.800 kWh/Rm | 5–7 Cent |
| Fichtenholz (Scheitholz) | 70–100 €/Raummeter | ~1.400 kWh/Rm | 5–7 Cent |
| Holzpellets | 320–380 €/Tonne | ~4.800 kWh/t | 7–8 Cent |
| Erdgas | 10–13 Cent/kWh | – | 10–13 Cent |
In der Praxis zeigt sich: Wer Scheitholz regional kauft oder selbst aufbereitet, kommt auf Brennstoffkosten, die kaum ein anderer Heizenergieträger unterbietet.
Gasheizung: laufende Kosten und Preisstruktur 2026
Erdgas wird nach Kilowattstunden abgerechnet, hinzu kommen Grundgebühr und CO₂-Abgabe. Der CO₂-Preis liegt 2026 bei 65 Euro je Tonne, was Erdgas gegenüber Holz strukturell verteuert. Bei einem Jahresverbrauch von 15.000 kWh Nutzwärme und einem angenommenen Kesselwirkungsgrad von 90 Prozent zahlst du für Erdgas effektiv gut 11–14 Cent pro Kilowattstunde Nutzwärme. Auf das Jahr hochgerechnet: 1.650–2.100 Euro reine Brennstoffkosten.
Kritisch zu sehen ist die Preisvolatilität. Gaspreise haben seit 2021 stark geschwankt. Wer langfristig plant, trägt mit Gas ein höheres Preisrisiko als mit regional bezogenem Brennholz.
Kaminofen als Ergänzung zur Gasheizung: das hybride Praxis-Szenario
Erfahrungsgemäß lohnt sich die Kombination besonders. Ein typisches Szenario aus der Region: Einfamilienhaus, Baujahr 1990, 130 Quadratmeter Wohnfläche, Gasheizung als Grundlast. Ein Kaminofen mit 6–8 kW Nennwärmeleistung, in der Norm nach BImSchV 2. Stufe zugelassen, heizt Wohn- und Essbereich an kalten Abenden direkt. Die Gasheizung läuft in dieser Zeit gedrosselt oder gar nicht.
Bewährt hat sich folgendes Vorgehen: Der Kaminofen übernimmt die Hauptlast von Oktober bis Februar. Mit zwei bis drei Raummetern Buchenholz pro Saison, kosten rund 250–350 Euro, lassen sich 2.500–3.500 kWh Wärme im Wohnbereich erzeugen. Die Gaseinsparung liegt in einem solchen Haushalt oft bei 500–900 Euro jährlich. Der Kaminofen amortisiert sich so binnen zwei bis fünf Jahren, abhängig von Anschaffungspreis und Einbaukosten.
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Anschaffungskosten und Wirtschaftlichkeit im Überblick
Die Wirtschaftlichkeit einer Heizung bemisst sich nicht nur am Brennstoffpreis. Anschaffungs- und Installationskosten spielen eine wesentliche Rolle.
| Heizsystem | Anschaffung (ca.) | Jährl. Brennstoffkosten (15.000 kWh) | Amortisation ggü. Gas |
|---|---|---|---|
| Gasheizung (Neuinstallation) | 6.000–12.000 € | 1.650–2.100 € | Referenz |
| Kaminofen (Ergänzung) | 1.500–4.500 € | 250–400 € (Zusatz) | 2–5 Jahre |
| Pelletheizung (Vollheizung) | 18.000–30.000 € | 1.050–1.200 € | 8–15 Jahre |
Für Einsteiger empfiehlt sich deshalb der Kaminofen als erster Schritt: geringes Investitionsrisiko, sofortiger Kosteneffekt, keine aufwendige Technik.
Rechtliche Rahmenbedingungen: Was du beim Kaminofen wissen musst
Kaminöfen müssen in Deutschland die Anforderungen der 1. BImSchV (Bundesimmissionsschutzverordnung) erfüllen. Seit dem 1. Januar 2025 gilt für neu in Betrieb genommene Einzelraumfeuerungsanlagen die verschärfte 2. Stufe: maximal 0,15 g/m³ Staub und maximal 4 g/m³ Kohlenmonoxid. Ältere Geräte, die diese Grenzwerte nicht erreichen, müssen nachgerüstet oder außer Betrieb genommen werden.
Wichtig: Für die Aufstellung eines Kaminofens brauchst du in den meisten Bundesländern einen anschlussfähigen Schornstein und musst die Anlage durch den zuständigen Bezirksschornsteinfeger abnehmen lassen. Das gilt auch im Ruhrgebiet. Wer Brennholz mit mehr als 20 Prozent Holzfeuchte verfeuert, verstößt gegen die Verordnung und riskiert zudem Versottung des Schornsteins sowie erhöhten Feinstaubausstoß.
Holzheizung vs. Gasheizung: Welche Option passt zu wem?
Wer sich regelmäßig damit beschäftigt, weiß: Die beste Heizlösung hängt von drei Faktoren ab. Erstens vom eigenen Zeitbudget. Brennholz kaufen, lagern und nachlegen kostet Zeit, Gas läuft automatisch. Zweitens von der Gebäudesituation: Ein vorhandener Schornstein macht den Kaminofen erheblich günstiger. Drittens vom Heizbedarf: Wer nur einzelne Räume temperieren möchte, ist mit einem Kaminofen bestens bedient. Wer das gesamte Haus über Holz beheizen will, braucht eine Zentralheizung auf Holzbasis, also einen Scheitholzvergaserkessel oder eine Pelletheizung.
Das spricht für die Holzheizung: günstigere Brennstoffkosten, CO₂-neutrale Verbrennung bei nachhaltig bewirtschaftetem Holz, Unabhängigkeit vom Gasmarkt. Das spricht für Gas: vollautomatischer Betrieb, kein Lagerplatz nötig, gleichmäßige Wärmeverteilung über das gesamte Haus ohne Mehraufwand.
Häufige Fragen
Ist eine Holzheizung wirklich günstiger als eine Gasheizung?
Beim reinen Brennstoffpreis ja: Scheitholz kostet 2026 rund 5–7 Cent pro Kilowattstunde, Erdgas 10–13 Cent. Für 15.000 kWh Jahreswärmebedarf sparst du mit Holz grob 700–1.200 Euro jährlich.
Lohnt sich ein Kaminofen zusätzlich zur Gasheizung?
Ja. Ein Kaminofen als Ergänzung amortisiert sich oft in zwei bis fünf Jahren. Er senkt den Gasverbrauch deutlich und kostet in der Anschaffung weniger als eine neue Heizanlage.
Welches Brennholz heizt am effizientesten?
Hartholz wie Buche oder Eiche liefert den höchsten Heizwert pro Raummeter und brennt länger. Entscheidend ist die Holzfeuchte: unter 20 Prozent, gemessen mit einem Feuchtemessgerät.
Was muss ich beim Kaminofen in der BImSchV beachten?
Seit 2025 gilt die 2. Stufe der 1. BImSchV: maximal 0,15 g/m³ Staub und 4 g/m³ CO. Neue Kaminöfen müssen diese Grenzwerte erfüllen und vom Bezirksschornsteinfeger abgenommen werden.
Wie viel Brennholz brauche ich pro Jahr?
Ein typisches Einfamilienhaus mit Kaminofen als Ergänzung kommt mit zwei bis vier Raummetern pro Heizsaison aus. Als Vollheizung für 150 Quadratmeter rechne mit 10–15 Raummetern Scheitholz.
Transparenz-Hinweis: Die Bilder in diesem Beitrag sind KI-generierte Symbolbilder.
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