Wie viel Brennholz du für eine Heizperiode brauchst, hängt von drei Faktoren ab: der Wohnfläche, dem Dämmstandard deines Hauses und der Leistung deines Ofens. Als grobe Faustformel gilt: Ein schlecht gedämmtes Einfamilienhaus mit 120 m² Wohnfläche, das ausschließlich mit Holz beheizt wird, benötigt rund 8 bis 12 Festmeter Brennholz pro Winter. Gut gedämmte Neubauten kommen mit der Hälfte aus. Wer seinen genauen Bedarf ermitteln will, sollte unseren Brennholz-Bedarf-Rechner nutzen – dort gibst du Fläche, Dämmstandard und Heizstunden ein und bekommst eine konkrete Empfehlung.
Die vier Faktoren hinter dem Brennholzbedarf
Bevor du eine Zahl nennst, musst du vier Stellschrauben kennen. Jede davon kann deinen Verbrauch deutlich verschieben.
- Wohnfläche: Maßgeblich ist die beheizte Fläche in Quadratmetern, nicht die Grundfläche des Hauses.
- Dämmstandard: Ein Altbau aus den 1970er-Jahren verliert drei- bis viermal so viel Wärme wie ein Neubau nach aktueller EnEV. Die Energieagentur NRW nennt für unsanierte Altbauten einen spezifischen Heizwärmebedarf von 180 bis 250 kWh pro m² und Jahr.
- Ofenleistung und Wirkungsgrad: Moderne Kaminöfen arbeiten mit Wirkungsgraden von 75 bis 85 Prozent. Ältere Geräte liegen teils unter 60 Prozent – das bedeutet mehr Holz für dieselbe Wärme.
- Heizstunden: Wer den Ofen täglich sechs Stunden betreibt, verbraucht deutlich mehr als jemand, der ihn nur abends anzündet.
Faustformel und Beispielrechnung für ein Ruhrgebiet-Haus
Für ein typisches Einfamilienhaus im Ruhrgebiet, Baujahr zwischen 1970 und 2000, mit Mauerwerk ohne Vollwärmedämmung und 130 m² beheizter Fläche, lässt sich der Bedarf so überschlagen:
Heizwärmebedarf Altbau: 200 kWh/(m²·a) × 130 m² = 26.000 kWh pro Jahr
Buche als Referenzholz hat einen Heizwert von rund 1.900 kWh pro Festmeter (bei 15 % Restfeuchte). Mit einem Ofenwirkungsgrad von 78 Prozent ergibt sich:
26.000 kWh ÷ (1.900 kWh/fm × 0,78) = ca. 17,5 Festmeter
Das klingt viel – und das ist es auch. Dieses Haus wird im Regelfall nicht ausschließlich mit Holz beheizt. Dient der Kaminofen als Zusatzheizung und deckt etwa 40 Prozent des Wärmebedarfs ab, schrumpft der Bedarf auf rund 7 Festmeter pro Saison. Genau das ist in Ruhrgebiet-Altbauten die häufigste Konstellation: Gas- oder Ölheizung als Hauptsystem, Ofen für Wohnzimmer und Behaglichkeit.
Für diesen Fall empfiehlt die Verbraucherzentrale NRW, den Holzbedarf realistisch am tatsächlichen Ofenbetrieb auszurichten – nicht am theoretischen Vollheizbedarf des Gebäudes.
Festmeter, Raummeter, Schüttraummeter: Was bedeutet was?
Diese drei Einheiten sorgen regelmäßig für Verwirrung beim Kauf. Hier eine klare Abgrenzung:
- Festmeter (fm): Ein Kubikmeter reines Holz ohne Hohlräume. Das ist die energetisch sinnvollste Einheit, weil sie den tatsächlichen Holzgehalt beschreibt.
- Raummeter (rm): Ein Kubikmeter aufgeschichtetes Holz, also Scheite plus Luftzwischenräume. Ein Raummeter enthält je nach Scheitlänge etwa 0,65 bis 0,70 Festmeter Holz.
- Schüttraummeter (srm): Ein Kubikmeter lose geschüttetes Holz, wie es beim Lieferwagen landet. Enthält nur etwa 0,35 bis 0,40 Festmeter Holz.
| Einheit | Enthält Festmeter | Umrechnung auf fm |
|---|---|---|
| 1 Festmeter (fm) | 1,00 fm | = 1,00 fm |
| 1 Raummeter (rm) | ca. 0,65–0,70 fm | × 0,67 |
| 1 Schüttraummeter (srm) | ca. 0,35–0,40 fm | × 0,38 |
Ein Beispiel aus der Praxis: Du bestellst 10 Schüttraummeter Buchenholz für 55 Euro pro Schüttraummeter (Stand: August 2026). Das klingt günstig. Tatsächlich bekommst du aber nur 3,8 Festmeter Holz für 550 Euro – also rund 145 Euro pro Festmeter. Zum Vergleich: Ofenfertiges Buchenholz wird aktuell als Raummeter für 90 bis 115 Euro angeboten, was etwa 140 bis 170 Euro pro Festmeter entspricht. Die Einheit entscheidet also massiv über den echten Preis.
Wie viel Holz für ein Ruhrgebiet-Altbau – konkrete Empfehlung
Für Häuser der Baujahre 1970 bis 2000 im Ruhrgebiet lassen sich drei Szenarien unterscheiden:
- Ofen als Zusatzheizung (40 % Deckungsanteil), 100–130 m²: 5 bis 8 Festmeter pro Heizperiode
- Ofen als Hauptheizung, gut gedämmtes Haus nach Sanierung: 10 bis 14 Festmeter
- Ofen als Hauptheizung, unsanierter Altbau, 130 m²+: 16 bis 20 Festmeter
Das Ruhrgebiet hat mit rund 2.700 Heizgradstunden pro Jahr ein moderates Klima. Verglichen mit dem Bayerischen Wald oder dem Sauerland sind die Winter milder, was den Verbrauch gegenüber diesen Regionen um 15 bis 20 Prozent reduziert.
Wie viel Vorrat ist sinnvoll?
Frisch geschlagenes Holz muss mindestens ein bis zwei Jahre trocknen, damit die Restfeuchte unter 20 Prozent fällt. Wer Holz kauft, das bereits trocken ist, kann einen Vorrat von einer Saison aufbauen. Wer selbst trocknet oder günstig frisches Holz im Frühjahr kauft, sollte mindestens zwei Jahresbedarfe lagern.
Praktisch empfiehlt sich ein Puffer von 20 bis 30 Prozent über dem errechneten Bedarf. Gründe: Ein besonders kalter Winter, ein Ofendefekt, der zu längeren Betriebszeiten zwingt, oder einfach Besuch, der den Ofen laufen lässt. Ein Puffer kostet beim Kauf im Sommer weniger als eine Nachlieferung im Dezember – Händler schlagen in der Hochsaison oft 15 bis 25 Prozent auf den Sommerpreis auf.
Wer also für eine Saison 7 Festmeter benötigt, kauft am besten 8 bis 9 Festmeter. Das deckt den Puffer ab und lässt noch etwas für einen frühen Start in die nächste Saison übrig.
Den genauen Bedarf für dein Haus berechnest du am schnellsten mit unserem Brennholz-Bedarf-Rechner. Dort kannst du Wohnfläche, Dämmstandard, Holzart und Heizstunden eingeben und bekommst einen individuellen Jahresbedarf in Festmetern und Raummetern.
Häufige Fragen
Wie viel Brennholz brauche ich für ein 120-m²-Haus pro Winter?
Als Zusatzheizung reichen meist 4 bis 7 Festmeter. Als einzige Heizquelle im unsanierten Altbau können es 12 bis 16 Festmeter sein. Nutze einen Bedarfsrechner für genaue Werte.
Was ist der Unterschied zwischen Festmeter und Raummeter?
Ein Festmeter ist reines Holzvolumen ohne Hohlräume. Ein Raummeter ist aufgeschichtetes Holz und enthält nur etwa 0,65 bis 0,70 Festmeter. Schüttraummeter enthält noch weniger, rund 0,38 Festmeter.
Wie rechne ich Schüttraummeter in Festmeter um?
Schüttraummeter mal 0,38 ergibt Festmeter. Beispiel: 10 Schüttraummeter = rund 3,8 Festmeter Holz.
Wie viel Festmeter Buchenholz brauche ich pro Heizperiode?
Für einen typischen Altbau im Ruhrgebiet mit Kaminofen als Zusatzheizung reichen etwa 5 bis 8 Festmeter Buche pro Saison.
Wie viel Vorrat an Brennholz sollte ich anlegen?
Plane 20 bis 30 Prozent mehr als deinen errechneten Bedarf ein. Kaufe am besten im Sommer – im Winter sind die Preise deutlich höher.
Woran erkenne ich, ob mein Brennholz trocken genug ist?
Die Restfeuchte sollte unter 20 Prozent liegen. Ein Feuchtigkeitsmessgerät zeigt das zuverlässig. Frisches Holz muss mindestens ein bis zwei Jahre trocknen.
Transparenz-Hinweis: Die Bilder in diesem Beitrag sind KI-generierte Symbolbilder.
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