Der beste Zeitpunkt, um Kaminholz zu bestellen, ist zwischen April und Juli. In diesen Monaten sind die Preise am niedrigsten, die Lagerbestände bei Händlern am größten, und das Holz hat den ganzen Sommer Zeit zum Trocknen. Wer erst im Oktober bestellt, zahlt mehr und bekommt oft nasses Holz geliefert, das nicht der gesetzlich vorgeschriebenen Restfeuchte von maximal 25 Prozent entspricht.
Warum Frühjahr und Sommer die klügste Wahl sind
Kaminholz im Sommer zu bestellen ist schlicht die wirtschaftlichste Entscheidung. Die Nachfrage ist gering, Händler haben volle Lager, und der Wettbewerb unter Anbietern drückt die Preise. In der Praxis zeigt sich: Wer im Mai oder Juni bestellt, zahlt für einen Raummeter Buchenholz im Ruhrgebiet erfahrungsgemäß zwischen 90 und 120 Euro. Wer dieselbe Menge im November kauft, weil der Vorrat ausging, zahlt häufig 130 bis 160 Euro und nimmt obendrein In-Kauf, dass das Holz noch nicht ausreichend getrocknet ist.
Ein Raummeter bezeichnet das Volumen eines Stapels inklusive der Hohlräume zwischen den Scheiten. Für reines Holzvolumen gilt der Festmeter. Diese Unterscheidung ist beim Vergleich von Angeboten entscheidend, denn nicht alle Händler verwenden dieselbe Einheit.
Die Trocknungszeit ist der unterschätzte Faktor
Frisch geschlagenes Holz enthält je nach Holzart 40 bis 60 Prozent Wasseranteil, also den sogenannten Frischholz-Wassergehalt. Bevor es im Kamin oder Kachelofen verbrannt werden darf, muss dieser Wert auf unter 25 Prozent sinken. Das schreibt die Bundesimmissionsschutzverordnung (1. BImSchV) vor. Unterschreitet das Holz diesen Grenzwert nicht, verbrennt es ineffizient, erzeugt mehr Feinstaub und kann zu Ablagerungen im Kaminschacht führen.
Hartholz wie Buche oder Eiche braucht mindestens zwei Jahre Trocknungszeit an einem luftigen, überdachten Ort. Obstholz oder Birke trocknet etwas schneller, benötigt aber ebenfalls eine volle Heizperiode Vorlauf. Wer im Sommer bestellt, sichert sich also gut abgelagertes Holz aus dem Vorjahreseinschlag, das bereits die nötige Trocknung durchlaufen hat.
Bewährt hat sich folgendes Vorgehen: Holz nach der Lieferung sofort aufgestapelt in einem wettergeschützten Unterstand lagern, mit mindestens 20 Zentimeter Abstand zur Hauswand. So zirkuliert Luft von allen Seiten, und die Restfeuchte fällt weiter.
Wie viel Kaminholz brauchst du wirklich?
Der Bedarf hängt von mehreren Faktoren ab: der beheizten Fläche, dem Gebäudetyp, der Heizdauer pro Tag und der genutzten Holzart. Als grobe Orientierung gilt: Ein gut gedämmtes Einfamilienhaus mit Kaminofen als Zusatzheizung kommt für eine Heizperiode mit zwei bis vier Raummetern Buchenholz aus. Wer den Kamin als Hauptheizung nutzt, rechnet mit sechs bis zehn Raummetern oder mehr.
Buche hat einen hohen Heizwert von rund 2.100 Kilowattstunden pro Raummeter und gilt als Maßstab für Hartholz. Fichte oder Kiefer erzeugen deutlich weniger Wärme pro Stapelvolumen und hinterlassen mehr Harzrückstände im Ofenrohr. Für Kaminöfen und Kachelöfen empfehlen die meisten Ofensetzer daher Laubholz aus heimischen Wäldern.
Berechne jetzt deinen Bedarf mit unserem kostenlosen Rechner
Was passiert, wenn du zu spät bestellst?
Ab September steigen Nachfrage und Preise spürbar an. Händler im Ruhrgebiet und Umgebung melden erfahrungsgemäß ab Oktober volle Auftragsbücher und Lieferzeiten von drei bis sechs Wochen. Wer dann noch keinen Vorrat hat, greift entweder zu teurem Kaminkaminholz aus dem Supermarkt oder kauft feuchtes Holz, das im schlimmsten Fall den Kaminzug beeinträchtigt und zu Schornsteinbränden führen kann.
Kritisch zu sehen ist auch der Kauf von Holz ohne Feuchtemessung. Ein gutes Holzfeuchtemessgerät, auch Holzmessgerät oder Hygrometer für Festmaterialien genannt, kostet zwischen 15 und 40 Euro und liefert verlässliche Werte. Wer sich auf die Aussage eines Händlers verlässt, ohne selbst nachzumessen, riskiert eine enttäuschende Heizsaison.
Praxis-Szenario: Familie im Ruhrgebiet plant die Heizsaison 2026/27
Ein typisches Szenario: Familie aus dem Kreis Recklinghausen, Reihenhaus mit 120 Quadratmetern Wohnfläche, Kaminofen als ergänzende Wärmequelle neben der Gasheizung. Die Familie heizt den Ofen von Oktober bis März an etwa drei Abenden pro Woche. Benötigte Menge: rund drei Raummeter Buchenholz, Scheitelgröße 25 bis 33 Zentimeter.
Optimale Vorgehensweise für die Heizsaison 2026/27: Bestellung im Mai oder Juni 2026, Lieferung im Juni oder Juli. Das Holz kommt trocken an, da der Händler gut abgelagerte Ware aus dem Einschlag 2024/2025 anbietet. Die Familie stapelt es im Carport, mit Dachüberstand und Holzpaletten als Unterlagerkonstruktion. Kosten: rund 300–350 Euro für drei Raummeter. Wäre dieselbe Bestellung im Oktober erfolgt, hätte sie zwischen 420 und 480 Euro gekostet, mit mehrwöchiger Wartezeit.
Auf einen Blick: Bestellzeitraum und Preisentwicklung
| Zeitraum | Verfügbarkeit | Preistendenz | Trockenheitsgrad |
|---|---|---|---|
| März – April | gut | niedrig | gut (Vorjahrholz) |
| Mai – Juli | sehr gut | am niedrigsten | sehr gut |
| August – September | mittel | steigend | gut bis mittel |
| Oktober – November | knapp | hoch | mittel bis feucht |
| Dezember – Februar | sehr knapp | am höchsten | oft zu feucht |
Worauf du beim Händler achten solltest
Seriöse Brennholzhändler geben den Wassergehalt des Holzes an und messen ihn auf Nachfrage nach. Achte auf eine klare Mengenangabe in Raummeter oder Schüttraummeter. Schüttraummeter bezeichnet ungestapeltes, lose geschüttetes Holz und enthält deutlich mehr Luftanteile als ein gestapelter Raummeter. Der Schüttraummeter entspricht grob 0,6 bis 0,7 Festmetern. Wer das nicht im Blick hat, bestellt schnell zu wenig.
Frage außerdem nach Holzart, Scheitelgröße und Liefergebiet. Im Ruhrgebiet fahren viele Händler feste Touren, sodass Liefertermine planbar sind. Für größere Mengen lohnt sich ein direkter Kontakt zum Forstbetrieb oder zur Waldgenossenschaft, dort liegt der Preis oft noch etwas unter dem des Zwischenhändlers.
Häufige Fragen
Wann ist der günstigste Zeitpunkt, Kaminholz zu bestellen?
Zwischen Mai und Juli. In diesen Monaten ist die Nachfrage gering, die Auswahl groß und der Preis am niedrigsten. Außerdem ist das Holz gut getrocknet.
Wie lange muss Kaminholz trocknen, bevor ich es verwenden darf?
Hartholz wie Buche braucht mindestens zwei Jahre. Der Wassergehalt muss laut 1. BImSchV unter 25 Prozent liegen, bevor das Holz im Kamin verbrannt werden darf.
Wie viel Kaminholz brauche ich für eine Heizsaison?
Als Zusatzheizung reichen meist zwei bis vier Raummeter Buchenholz. Als Hauptheizung können es sechs bis zehn Raummeter oder mehr sein, je nach Hausgröße.
Was ist der Unterschied zwischen Raummeter und Schüttraummeter?
Ein Raummeter ist gestapeltes Holz inklusive Lufträume. Ein Schüttraummeter ist lose geschüttetes Holz und enthält mehr Hohlräume. Er entspricht grob 0,6 Festmetern.
Darf ich feuchtes Holz im Kaminofen verbrennen?
Nein. Die 1. BImSchV schreibt maximal 25 Prozent Wassergehalt vor. Feuchtes Holz erzeugt mehr Feinstaub, heizt schlechter und kann Ablagerungen im Schornstein verursachen.
Kann ich Kaminholz auch im Winter noch bestellen?
Ja, aber mit Einschränkungen. Im Winter sind Preise hoch, Lieferzeiten lang und das verfügbare Holz oft nicht ausreichend getrocknet. Vorausplanen ist deutlich besser.
Transparenz-Hinweis: Die Bilder in diesem Beitrag sind KI-generierte Symbolbilder.
Die Brennholz Ruhrgebiet Redaktion recherchiert und schreibt alle Ratgeber auf diesem Portal – von der richtigen Holzart über Lagerung und Trocknung bis zu fairen Preisen im Revier. Grundlage sind öffentliche Fachquellen wie Umweltbundesamt, TFZ und Wald und Holz NRW; die wichtigsten Kennzahlen samt Belegen stehen auf unserer Seite Daten & Fakten. Wie wir arbeiten und uns finanzieren, erklären wir transparent auf der Seite Über uns.