Ein Schüttraummeter (Schüttrm) bezeichnet eine lockere, ungestapelte Schüttung Holz in einem Behälter von einem Kubikmeter Volumen. Ein Raummeter (Rm) ist dagegen ein sauber gestapelter Kubikmeter Holz. Der entscheidende Unterschied: Beim Schüttraummeter steckt deutlich weniger Festholz im selben Volumen, weil die Zwischenräume größer sind. Als Faustregel gilt: 1 Schüttraummeter entspricht etwa 0,65–0,70 Raummeter.
Was genau ist ein Raummeter?
Der Raummeter ist das klassische Maß für gestapeltes Brennholz. Du stapelst die Holzscheite sauber und möglichst lückenlos in einen gedachten Quader von einem Kubikmeter Volumen, meist 1 m breit, 1 m hoch und 1 m tief. Dieser Stapel enthält trotz aller Sorgfalt immer noch Luftanteile zwischen den Scheiten, in der Regel rund 30–35 Prozent des Gesamtvolumens. Der Festholzanteil liegt damit bei etwa 0,65–0,70 Kubikmeter echtem Holz pro Raummeter.
In der Praxis zeigt sich, dass die genaue Scheitlänge die Rechnung beeinflusst. Kurzscheite mit 25 cm Länge lassen sich dichter stapeln als 50-cm-Scheite. Erfahrungsgemäß weichen reale Stapel deshalb leicht von den Richtwerten ab, und kein Händler kann dir auf den Liter genau Festholz garantieren.
Was ist ein Schüttraummeter?
Der Schüttraummeter beschreibt dasselbe Volumen von einem Kubikmeter, jedoch mit locker geschüttetem, also nicht gestapeltem Holz. Stell dir vor, du kippst Holzscheite aus einem Lkw direkt in eine Mulde oder einen Container: Zwischen den Scheiten entstehen große, unregelmäßige Hohlräume. Der Luftanteil liegt dabei typischerweise bei 45–50 Prozent. Pro Schüttraummeter bekommst du also nur rund 0,50–0,55 Kubikmeter Festholz.
Geliefert wird Brennholz häufig als Schüttgut, besonders bei größeren Mengen per Lkw-Kipper. Der Händler rechnet dann in Schüttraummetern ab, weil das Volumen beim Abladen einfacher zu messen ist als ein gesetzter Stapel. Wer das nicht weiß, wundert sich schnell, warum der Holzstapel nach dem Aufschichten kleiner wirkt als erwartet.
Umrechnung: Schüttraummeter, Raummeter und Festmeter im Überblick
Drei Maßeinheiten tauchen beim Brennholzkauf regelmäßig auf. Hier sind die gängigen Umrechnungsfaktoren als Orientierung:
| Maßeinheit | Abkürzung | Festholzanteil | Umrechnung in Festmeter |
|---|---|---|---|
| Festmeter | Fm | ~100 % | 1,00 Fm |
| Raummeter (gestapelt) | Rm | ~65–70 % | 0,65–0,70 Fm |
| Schüttraummeter (geschüttet) | Schüttrm | ~50–55 % | 0,50–0,55 Fm |
Der Festmeter, also ein Kubikmeter reines Holz ohne Luftanteile, ist die Basisgröße. Er spielt im Handel mit fertigem Kaminholz eine untergeordnete Rolle, ist aber nützlich, wenn du Heizwerte verschiedener Holzarten vergleichen willst.
Achtung beim Begriff „Ster“: Ster ist ein älteres Synonym für Raummeter und wird in manchen Regionen Deutschlands noch verwendet. Ein Ster Brennholz entspricht einem Raummeter.
Praxis-Szenario: Bestellung per Lkw-Kipper
Ein typisches Szenario im Ruhrgebiet: Du bestellst 5 Schüttraummeter Buchenholz, die der Fahrer vor deine Garage kippt. Du stapelst das Holz anschließend selbst im Schuppen. Am Ende stehst du vor einem Stapel von nur rund 3,25–3,50 Raummeter, obwohl du 5 Kubikmeter Schüttvolumen geliefert bekommen hast. Das ist kein Betrug, sondern Physik: Beim Stapeln verschwinden die Hohlräume, und das tatsächliche Holzvolumen wird sichtbar.
Bewährt hat sich, beim Händler vorab zu klären, in welcher Einheit abgerechnet wird. Seriöse Anbieter geben sowohl Schüttraummeter als auch den ungefähren Raummeter-Äquivalent an. Für einen normalen Kaminofen mit 8–10 kW Nennleistung und einer Heizsaison von Oktober bis März reichen für ein gut gedämmtes Haus oft 4–6 Raummeter Buchenholz.
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Worauf du beim Brennholzkauf achten solltest
Kaufe nur Holz mit einem Wassergehalt unter 20 Prozent. Frisches, nasses Holz enthält bis zu 50 Prozent Wasser und liefert kaum Heizwert. Seit der Bundesimmissionsschutzverordnung (1. BImSchV) in der ab 2022 geltenden Fassung sind für Kaminöfen bestimmte Emissionsgrenzwerte vorgeschrieben, die mit nassem Holz kaum einzuhalten sind. Trockenes Holz verbrennt sauberer und schont Ofen wie Schornstein.
Frage deinen Händler konkret: Wird in Schüttraummeter oder Raummeter geliefert? Wie lang sind die Scheite? Je klarer die Antworten, desto weniger Überraschungen beim Aufschichten. Wer sich regelmaßig mit Brennholz beschäftigt, weiß: Der Preisvergleich zwischen Anbietern funktioniert nur, wenn du dieselbe Einheit verwendest.
Häufige Fragen
Wie viele Raummeter sind ein Schüttraummeter?
Ein Schüttraummeter entspricht ungefähr 0,65–0,70 Raummeter. Beim Aufschichten verschwinden die Hohlräume, und das Holzvolumen wirkt kleiner.
Was bedeutet Ster beim Brennholz?
Ster ist ein älterer Begriff für Raummeter. Ein Ster entspricht einem Raummeter gestapeltem Holz.
Wie rechne ich Schüttraummeter in Festmeter um?
Multipliziere die Schüttraummeter mit 0,50–0,55. Ein Schüttraummeter enthält rund 0,50–0,55 Kubikmeter reines Festholz.
Warum wird Brennholz oft in Schüttraummeter verkauft?
Weil Schüttvolumen beim Lkw-Kipper einfach messbar ist. Der Händler muss nicht stapeln, was die Lieferung schneller und günstiger macht.
Wie viel Brennholz brauche ich für eine Heizsaison?
Für ein gut gedämmtes Haus mit Kaminofen reichen oft 4–6 Raummeter Buchenholz pro Saison. Das hängt von Raumgröße und Heizdauer ab.
Transparenz-Hinweis: Die Bilder in diesem Beitrag sind KI-generierte Symbolbilder.
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